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Wetterschutzhütte an der „Kalten Stelle“

Die „Kalte Stelle" vor den Toren der Lutherstadt Eisleben (bei Unterrißdorf) ist ein wichtiger Ort in der Reformationsgeschichte. Der Ort liegt auf dem Lutherweg „Sachsen-Anhalt“ und bereits Luther hat im Jahr 1546 von der Tücke der Stelle berichtet.
Er schreibt lediglich davon, er sei „ja schwach gewesen auff dem weg hart vor Eisleben“, bzw. in einem Brief vom 7. Februar „Rißdorf, hart vor Eisleben gelegen, wo ich schwach wurde beim Einfahren.“ Die Schuld an seiner Schwäche gab er den in Rißdorf lebenden Juden, die ihn „hart angeblasen“ hätten: „Und wahr ist’s, da ich bei dem Dorf war, ging mir ein solch kalter Wind hinten in den Wagen ein auf meinen Kopf durchs Baret, als wollt mir’s das Hirn zu Eis machen.“

Der Ort markiert das Ende eines besonders windgeschützten Bereichs einer Tieflandmulde und zugleich den Anfang eines „kalten Korridors“, der sich von hier bis nach Eisleben erstreckt, was an einem deutlichen Temperaturunterschied spürbar ist.
Entstanden ist eine Wetterschutzhütte mit einem Aussichtspunkt, der künftig Schutz vor etwaigen Wetterkapriolen bieten wird.
„Das ist wieder eine Bereicherung für den Tourismus im Mansfelder Land“, so Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer und Landrätin Dr. Angelika Klein sprach von einem wichtiger Knotenpunkt auf dem „Lutherweg“ zwischen Eisleben und Halle, der damit weiter an Attraktivität gewonnen habe. Im Sommer wurde bei regnerischem Wetter mit dem Innenmister von Sachsen-Anhalt, Holger Stahlknecht, der erste Spatenstich für das rund 40 000 Euro teure Gemeinschaftsprojekt gefeiert. Die Lutherstadt Eisleben, unter deren Federführung das Vorhaben umgesetzt wurde, erhielt Hilfe vom Landkreis Mansfeld Südharz, der Sparkasse Mansfeld-Südharz und der Standortmarketinggesellschaft Mansfeld-Südharz.
Eine kleine Patenschaft für den Ort hat bereits der Winzer René Schwalbe vom Weingut „Rollsdorfer Mühle“ übernommen. Er hat den darüberliegenden Weinberg mit zwei historischen Weinsorten aufgerebt. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Anhalt veredelte er den „Roter Riesling“ und den „Roter Elbling“. Diese Rebsorten soll es Schwalbe zufolge auch schon zu Luthers Lebzeiten gegeben haben. Es könne also durchaus sein, dass sich der Reformator neben dem Dünnbier auch einen solchen Tropfen schmecken ließ.