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12. Spaziergang auf dem Lutherweg

Das war die 12. Auflage des Spazierganges auf dem Lutherweg Eisleben und man darf schon von einer Tradition sprechen.
Immerhin nahmen an diesem Spaziergang, bei sommerlichen Temperaturen, weit über 100 Interessierte teil.
Obwohl die Strecke durch eine Lutherrose im Pflaster vorgegeben ist, werden die Veranstalter nicht müde, den in einem Rahmen gegossenen Spaziergang mit seinen 12 Stationen durch zahlreiche Aktionen zu beleben.

Bevor sich der Tross auf den Weg begab, wurde in der St. Petri-Pauli-Kirche / Zentrum Taufe, dem Taufort von Martin Luther (1483), ein Ökumenischer Gottesdienst gefeiert.
Im Anschluss wurden die Spaziergänger an der 1. Station, dem Luthergeburtshausensemble – Eislebenhof, durch die Pfarrerin der St. Petri-Pauli-Kirche / Zentrum Taufe, Frau Carstens-Kant, begrüßt, danach sprachen die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer, die Landrätin des Landkreises Mansfeld –Südharz, Dr. Angelika Klein, der Direkter der Lutherhäuser in Eisleben, Daniel Leis und in Vertretung des Superintendenten des Kirchenkreises Eisleben-Sömmerda, Andreas Berger, Pfarrer Christoph Hellmich.
Mit dem Spielmannszug Lutherstadt Eisleben 1973 ging es auf den Weg von Luthers Geburtshaus zur Bergmannskirche St. Annen mit Kloster.
Erster Stopp war der Schöpfungsgarten direkt am Luther Archiv.
„Die ganze Welt ist voller Wunder“, so das Thema. Aus einem kleinen Fruchtkern entsteht ein Baum, der viele Jahre Früchte tragen wird – ein Wunder?
Der Weg führte die Spaziergänger über die Böse Sieben durch die Lutherstraße, vorbei am Flüstergarten bis zur Station 6 – Luther und die Medienrevolution. Hier unternahm Frau Carstens-Kant den Versuch, was wäre gewesen, wenn der Teufel auf der Wartburg/Eisenach Martin Luther mit einem Laptop und dem dazugehörigen Internetanschluss heimgesucht hätte. Die Übersetzung der Bibel wäre sicher schneller und in weiteren Sprachen erfolgt.
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort“.
Ob Martin Luther sich allerdings mit den dort vorgeschlagenen Übersetzungen zu frieden gegeben hätte, das ließ Carstens-Kant offen. Immerhin präsentierte sie verschiedene Übersetzungen, die ein Schmunzeln hervor riefen.
Der Tross stoppte wieder auf dem Jüdenhof, wo die Schauspieler Annett Baldin, Lutz Potthoff und Oliver Beck eine in-outdor - Inszenierung zum Thema: „Reformation geht weiter“ künstlerisch umsetzten.
Es folgte das obligatorische Gruppenfoto am Denkmal von Martin Luther auf dem Marktplatz. In der St. Andreaskirche las die Pfarrerin Iris Hellmich von der restaurierten Luther-Kanzel Auszüge aus Luthers letzten Predigten vor.
Im Vikariatsgarten, in dem sich die 9. Station – Luther und die Legenden – befindet, lud Daniel Leis zum Mitmachen ein. Hier wurde man Teil einer Legende – der Wurf von Luther mit dem Tintenfass nach dem Teufel – jeder der wollte konnte an diesem Tag selbst auf den Teufel werfen. Natürlich mit einer Farbkugel.
Der Bürger und Heimatforscher Hilmar Burghardt engagiert sich seit Jahren in der Lutherstadt für eine Kennzeichnung der ältesten Stadtmauer, Ersterwähnung 1286.
Unterstützt durch zahlreiche Hinweistafeln wird dem interessierten Besucher der Verlauf der Stadtmauer gezeigt. An diesem Tag weihte Herr Burghardt eine weitere Tafeln ein, die den Verlauf der Stadtmauer in der heutigen Braugasse markiert. Gleichzeitig stellte Herr Burghardt sein „Spaziergang entlang des ehemaligen Verlaufs der Ersten Eisleber Stadtmauer“ vor. Dieses Heft kann man bei der Tourist-Information in der Lutherstadt Eisleben erwerben.

Der Weg führte die Spaziergänger weiter vorbei am Knappenbrunnen, wo die Stadtführerin
Frau Fahnert Erläuterungen zu den auf dem Brunnenrand dargestellten Berg- und Hüttenberufen gab.
Über die Stadtterrassen ging es zur Endstation, der Bergmannskirche St. Annen.
Auf den Stadtterrassen waren an den Bäumen Schilder angebracht, die die Lebensdaten von Eisleber Bürgern, welche in die Welt gegangen waren oder sich hier aufgehalten hatten, veröffentlicht. Alle haben eins gemeinsam, sie hatten sich der Musik verschrieben.
An den Stufen zur Bergmannskirche St. Annen mit Kloster empfingen Bergleute die Spaziergänger traditionell mit Salz und Brot. Bei einem guten Tropfen, gutem Essen und Live-Musik mit Gregor Majewski, ließ man den Tag ausklingen.


Der 13. Spaziergang auf dem Lutherweg findet am 26. August 2018 statt.