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Bundesweiter Tag der Städtebauförderung - Präsident besucht die Lutherstadt Eisleben

Städtebauförderung Bund und Land unterstützen Kommunen
Damit die Städte die neuen Aufgaben und Herausforderungen besser bewältigen können, unterstützt der Bund die Herstellung nachhaltiger städtebaulicher Strukturen mit Programmen zur Städtebauförderung. Dazu gewährt der Bund den Ländern Finanzhilfen gemäß Artikel 104 b Grundgesetz, die durch Mittel der Länder und Kommunen ergänzt werden. Die Bundesfinanzhilfen werden den Ländern auf der Grundlage einer Verwaltungsvereinbarung (VV Städtebauförderung) zur Verfügung gestellt.
In vielen Städten sind nicht nur einzelne Gebäude erhaltenswert, sondern ganze Straßenzüge, Plätze, historische Stadtkerne oder Stadtquartiere. Aufgabe des Städtebaulichen Denkmalschutzes ist es, diese historischen Ensembles mit ihrem besonderen Charakter und in ihrer Gesamtheit zu erhalten. Das Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" unterstützt Gesamtmaßnahmen, um insbesondere historische Stadtkerne zu erhalten.
Von der Programmeinführung 1991 bis einschließlich 2016 wurden in insgesamt 241 Städten der neuen Länder 331 Maßnahmen gefördert, damit sie ihre innerstädtischen Flächendenkmäler erhalten, revitalisieren und für zukünftige Generationen entwickeln können. Die historischen Stadtkerne und Stadtquartiere sollen sich zu lebendigen Orten entwickeln, die für Wohnen, Arbeit, Kultur und Freizeit gleichermaßen attraktiv sind und sowohl Einwohner als auch Besucher anziehen.

Am 13. Mai 2017 konnten sich die Bürgerinnen und Bürger beim nunmehr „3. Tag der Städtebauförderung" in der Lutherstadt Eisleben überzeugen, wie Städtebauförderung wirkt – von der sanierten „Alten Bergschule“ über die Anstaltstraße bis zur aufgewerteten, noch nicht ganz fertigen, „Malzscheune“.
Mit diesem Tag, und das ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Fachbereich 3/ Kommunalentwicklung/Bau eindrucksvoll gelungen, zeigte die Stadtverwaltung, wie Städtebauförderung das Lebens-, Arbeits- und Wohnumfeld positiv verändert.
Gleichzeitig warb man auch für mehr Bürgerbeteiligung am Stadtentwicklungsprozess. Gemeinsames Ziel ist es, dass die Stadt und die Ortsteile lebenswerter werden.
Aus Halle war der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Thomas Pleye, persönlich gekommen, um sich die Ergebnisse in Eisleben anzuschauen.
An seiner Seite hatte er Gabriele Neugebauer, Referatsleiterin Referat 504 - für Städte- und Wohnungsbauförderung Wohnungswesen, Schulbauförderung beim Landesverwaltungsamt.

„Die Lutherstadt Eisleben kann auf 25 Jahre Stadtbauförderung mit unterschiedlichen Programmen zurückblicken.
Mit Hilfe von rund 67,8 Mio. € Städtebaufördermitteln wurden mehr als 482 Wohn- und
Gewerbegebäude der Eisleber Bürger, Kirchengemeinden, der Stiftung Luthergedenkstätten,
der Wohnungsbaugesellschaft und Wohnungsbaugenossenschaft, der Stadtwerke und der Stadtverwaltung instandgesetzt, modernisiert und neu gebaut.
Beispielhaft seien hier nur die Baudenkmale Andreaskirchplatz 2, Andreaskirchplatz 11- Alte
Lutherschule, Markt 22, 33, Markt 56, 57, Sangerhäuser Str. 12-Katharinenstift,
Sangerhäuser Str. 41, Karl-Rühlemann-Platz 1, Luthergeburtshausensemble,
Museumsquartier Luthersterbehaus und Petrikirche sowie der Neubau Sangerhäuser Str. 36-38 (Architektenwettbewerb Mut zur Lücke) genannt.
52 Straßen, Wege und Plätze sind grundhaft ausgebaut, neu- und umgestaltet worden.
Hierzu zählen: Andreaskirchplatz, Anstaltstraße, Bucherstraße, Bäckergasse, Münzstraße,
Jüdenhof, Klosterplatz, Kronenfriedhof, Markt, Münzstraße, Schlossplatz, Sangerhäuser Straße, Seminarstraße, Petristraße, Stadtgraben, Stadtterrassen und der Vikariatsgarten.
Das Erreichte war nur mit Hilfe von Bund und dem Land Sachsen-Anhalt, der guten
Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Landesverwaltungsamtes Sachsen-Anhalt,
des Landesamtes für Archäologie und Denkmalpflege, des Landkreises Mansfeld Südharz
sowie der Initiative der Bürger und Grundstückseigentümer der Lutherstadt Eisleben möglich“, so die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer.

Thomas Pleye erwähnte in seinen Worten u.a. vier Förderprogramme, die in der Lutherstadt Eisleben bisher in Anspruch genommen wurden. Die Förderprogramme: „Städtebaulicher Denkmalsschutz“, „Stadtumbau Ost“, „Rückbauprogramm“ und „Städtebauliche Sanierungs- und Entwicklungsmaßnahmen“ Diese Mittel sind vom Land mit Kofinanzierungsmitteln des Bundes in die Lutherstadt Eisleben geflossen.
Weiterhin wurden für die Denkmalpflege 3,2 Millionen von Land und 1,5 Millionen vom Bund u.a. für verschiedene Kirchen, die ehemalige Synagoge, das Lutherdenkmal und das Neustädter Rathaus gegeben.
„Diese Zahlen verdeutlichen einmal mehr, was in den letzten 25 Jahren in der Lutherstadt Eisleben investiert und geschaffen wurde. Um dies den Bürgerinnen und Bürgern zu zeigen, dafür eignet sich der „Tag der Städtebauförderung“ besonders, so der Präsident abschließend.


Im Anschluss übernahm der Leiter des Fachbereichs 3 - Kommunalentwicklung/Bau, Stadtverwaltungsbaudirektor Michael Richter die Führung und führte die zahlreichen Gäste über die Anstaltstraße, Nicolaistraße, Freistraße, Poststraße, Seminarstraße zur Malzscheune.
Stopps wurden an der Oberen Anstaltstraße und der Poststraße eingelegt, hier erläuterte Herr Richter den für beide Straßen anstehenden grundhaften Ausbau.
In der Freistraße enthüllte der Heimatforscher Hilmar Burghardt wieder eine Tafel, die in diesem Fall von der Wohnungsbaugesellschaft der Lutherstadt Eisleben mbH gesponsert wurde. Herr Burghardt weist mit diesen Tafeln auf den Verlauf der „Ältesten Stadtmauer – Ersterwähnung 1286“ hin. Es ist ihm bisher immer gelungen, für die Tafeln Sponsoren zu finden.
Am Standort der Malzscheune fand dieser Tag mit der Besichtigung des Busparkplatzes, der Toilette und des im unteren Bereich fertigstellten Gewölberaumes, der als Empfangs- und Informationsraum genutzt werden könne, seinen Abschluss.
Bei der Stippvisite der noch im Rohbau befindlichen oberen Räumlichkeiten fand der Präsident und die Referatsleiterin deutliche Worte.
„Sie müssen diese begonnene Maßnahme nun abschließen, kein Bürger bzw. Besucher wird das verstehen, wenn Sie hier plötzlich aufhören. Sicher, man kann das Geld nur einmal ausgeben, dann überlegen Sie, was Sie als nächstes planen – aber so…. Sehr geehrte Stadträte, Sie müssen sich noch einmal an einen Tisch setzen“, appellierte der Präsident an die Stadträte. Leider hatten diesen Termin nur wenige Stadträte wahrgenommen.

Das Fazit an der Malzscheune war, dass die zur Verfügung gestellten Mittel zweckentsprechend eingesetzt wurden und das Obergeschoss der Malzscheune einer Nutzung zugeführt werden muss.

Abschließend besuchte der Präsident die St.- Petri-Pauli- Kirche / Zentrum Taufe und konnte mit dem „Türmer“ Klaus Rode die Aussicht über die Stadt genießen.
Beim Aufstieg zur Türmerwohnung wurde er von den Mitarbeiterinnen des Bauamtes, Sachgebiet Stadtplanung und –sanierung, begleitet. Herr Pleye bedankte sich, in luftiger Höhe, bei den Mitarbeiterinnen für den sehr informativen und perfekt gestalteten „Tag der Städtebauförderung“ in der Lutherstadt Eisleben.