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"Hier stehe ich und kann nicht anders"

So scherzte Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer am Ende ihrer Eröffnungsrede zum Sachsen-Anhalt-Tag im Großen Haus des Theaters. Bekannt für das Überziehen der Redezeit wie einst Thomas Gottschalk, entschuldigte sie sich lieber gleich und holte zur Verstärkung ihrer Worte eine Lutherstatue hinter'm Rednerpult hervor. Nötig hatte sie das wahrlich nicht bei diesem ausgeklügelten Timing. Und an Herzlichkeit in puncto Gästebegrüßung war sie auch nicht zu überbieten. So viel Nonchalance irritierte selbst Ministerpräsident Reiner Haseloff, der der Oberbürgermeisterin mit den Worten „Eigentlich erübrigt sich jetzt jede weitere Rede,“ aufs Rednerpult folgte.

Haseloff bedankte sich bei der Oberbürgermeisterin und der Stadt für den Mut, sich auf den Sachsen-Anhalt-Tag einzulassen, für die Initiative, die Tage zu organisieren und die Gastfreundschaft. Er bekräftigte, dass es eine richtige Entscheidung war, den Sachsen-Anhalt-Tag das zweite Jahr hintereinander in einem Landkreis durchzuführen und betonte die Bedeutung Eislebens für Martin Luther, die Reformation und damit als Austragungsort im Jahr des Reformationsjubiläums. Der nächste Sachsen-Anhalt-Tag wird laut Haseloff erst 2019 stattfinden, möglicherweise in Quedlinburg.

Eine besondere Ehrung wurde Ralf-Hilmar Schröder aus der Lutherstadt Eisleben zuteil: Ministerpräsident Reiner Haseloff verlieh ihm die „Ehrennadel des Landes Sachsen-Anhalt“. In seiner Laudatio würdigte Haseloff „das unermüdliche ehrenamtliche Engagement“ des Neunundsiebzigjährigen. Besonders verdient gemacht hat sich Schröder um die Pflege der Bergbautradition des Mansfelder Landes sowie das Begehen der Jubiläen „200 Jahre Bergschule“ und „800 Jahre Kupferbergbau“. Seit 1994 ist er Mitglied des „Traditionsvereins Bergschule Eisleben“. 1998 übernahm er die Funktion des ersten Stellvertreters des Vorsitzenden und wurde Beisitzer im „Landesverband der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine“. Beide Ämter übt er inzwischen fast 20 Jahre aus.

Ein Geheimnis wurde erst am Ende des Abends gelüftet: Hans-Otto Rothe, Vorstand und Ralf Luther, Aufsichtsratsvoritzender der Mansfelder Anlagenbau und Umwelttechnik AG (MAUT AG), übergaben, wie Rothe betonte, anläßlich des Reformationsjubiläums und des Sachsen-Anhalt-Tages, ein „kleines Geschenk“ an die Oberbürgermeisterin und die Stadt Eisleben, das bis dahin verhüllt auf der Bühne stand. Eine riesige Stele aus Edelstahl mit der ausgearbeiteten Silhouette Martin Luthers, die mittels Beleuchtung und Farbwandler in neongrün, hellblau, rosa und rot erstrahlen kann. 3000 Millimeter hoch, 1700 mm breit und 200 Kilogramm schwer, wird dieses Schmuckstück seinen Platz auf dem Busparkplatz an der Malzscheune finden, wo sämtlich Touristen aus dem In- und Ausland ankommen. „Alles ist vorbereitet, vom Betonsockel bis zu den Lichtanschlüssen,“ meint Fischer hocherfreut.

Jutta Fischer lädt ein „mitzufeiern beim 21. Sachsen-Anhalt-Tag, an 165 Ständen mit Vereinen und Verbänden, auf 80.000m² Festgelände, mit Gästen, die mit 154 Zügen anreisen und den Höhepunkt des Festes beim Festumzug am Sonntag zu erleben mit 45 Festwagen, 21 Pferden, 12 Tauben, 53 Fahrzeugen, 26 Kapellen und 4500 Mitwirkenden. Lassen Sie uns den Bergbau und Martin Luther in Eisleben erleben. Und: Kommen Sie wieder!“


Text und Fotos: Grit-Beate Eisenberg